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Jung kauft Alt:
Wie Familien mit Förderung ins eigene Zuhause kommen können

Wenn der Traum vom eigenen Haus für viele Familien mit einer Bestandsimmobilie beginnt. Ein älteres Haus in gewachsener Lage, mit Garten, Platz für Kinder und Nähe zu Schule, Kita oder Familie kann genau das bieten, was viele suchen. Gleichzeitig schrecken Sanierungsbedarf, Energiekosten und Finanzierung viele Kaufinteressierte ab.

Genau hier setzt das KfW-Programm „Jung kauft Alt“ an. Seit August 2026 wurde die Förderung deutlich verbessert. Familien mit Kindern können für den Kauf einer sanierungsbedürftigen Bestandsimmobilie einen zinsverbilligten Kredit von bis zu 180.000 Euro erhalten. Damit wird der Kauf älterer Häuser für bestimmte Haushalte wieder planbarer.

Wichtig ist jedoch: Die Förderung ist kein allgemeiner Zuschuss für jeden Altbaukauf. Sie richtet sich gezielt an Familien, die erstmals selbstgenutztes Wohneigentum erwerben und die gekaufte Immobilie anschließend energetisch sanieren.

Warum das Programm gerade jetzt interessant ist

Ältere Einfamilienhäuser können beispielsweise durch Generationenwechsel, Erbschaften oder veränderte Wohnbedürfnisse auf den Markt kommen. Für Familien kann das eine Chance sein. Bestandsimmobilien befinden sich häufig in gewachsenen Wohnlagen und können eine Alternative zum Neubau darstellen

Gleichzeitig haben viele dieser Häuser energetischen Nachholbedarf. Fenster, Dach, Fassade, Heizung oder Dämmung entsprechen nicht immer heutigen Standards. Für Käufer:innen bedeutet das: Der Kaufpreis allein reicht nicht als Entscheidungsgrundlage. Entscheidend ist die Gesamtbetrachtung aus Kaufpreis, Sanierungsbedarf, Fördermöglichkeiten und langfristigen Wohnkosten.

Das Programm „Jung kauft Alt“ kann hier helfen, weil es den Kauf einer sanierungsbedürftigen Immobilie mit einer energetischen Modernisierung verbindet.

Wer die Förderung nutzen kann

Die Förderung richtet sich an Familien und Alleinerziehende mit mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt. Voraussetzung ist, dass die Immobilie selbst genutzt wird und die Käufer zum Zeitpunkt der Antragstellung noch kein Wohneigentum besitzen.

Auch das Einkommen spielt eine Rolle. Bei einem Kind darf das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen maximal 90.000 Euro betragen. Für jedes weitere Kind erhöht sich diese Grenze um 10.000 Euro.

Damit richtet sich das Programm vor allem an Familien mit kleinem oder mittlerem Einkommen, die den Einstieg ins Wohneigentum schaffen möchten, aber gleichzeitig realistisch kalkulieren müssen.

Wie hoch der Kredit sein kann

Die Höhe des Förderkredits hängt von der Anzahl der Kinder ab:

  • Bei einem Kind sind bis zu 140.000 Euro Kredit möglich.
  • Bei zwei Kindern sind bis zu 160.000 Euro Kredit möglich.
  • Bei drei oder mehr Kindern sind bis zu 180.000 Euro Kredit möglich.

Der Kredit wird zinsverbilligt vergeben. Die konkreten Konditionen können sich je nach Zeitpunkt der Zusage verändern. Deshalb sollte die Finanzierung immer aktuell geprüft und nicht auf Basis veralteter Zinssätze geplant werden.

Wichtig ist außerdem: Der Förderkredit deckt in der Regel nur einen Teil der Gesamtkosten ab. Neben dem Kaufpreis müssen auch Kaufnebenkosten, Sanierungskosten, Eigenkapital und mögliche weitere Finanzierungsbausteine berücksichtigt werden.

Welche Immobilien infrage kommen

Gefördert wird der Kauf einer bestehenden Wohnimmobilie, die energetisch sanierungsbedürftig ist. Zum Zeitpunkt der Antragstellung muss die Immobilie laut Energieausweis in die Energieeffizienzklasse F, G oder H fallen.

Das bedeutet: Besonders ältere Häuser mit hohem Energieverbrauch können für das Programm relevant sein. Gleichzeitig ist genau hier eine sorgfältige Prüfung wichtig. Denn eine schlechte Energieklasse kann zwar den Zugang zur Förderung eröffnen, bringt aber auch Verpflichtungen und Investitionen mit sich.

Käufer:innen sollten deshalb früh prüfen lassen:

  • Wie hoch ist der energetische Sanierungsbedarf?
  • Welche Maßnahmen sind notwendig?
  • Welche Kosten entstehen zusätzlich zum Kaufpreis?
  • Welche Förderungen können kombiniert werden?
  • Passt die Gesamtfinanzierung langfristig zum eigenen Budget?

Sanierung ist Teil der Verpflichtung

Wer „Jung kauft Alt“ nutzt, verpflichtet sich zur energetischen Sanierung der Immobilie. Dafür gilt eine Frist von 54 Monaten ab Förderzusage. Die Sanierung kann über bestimmte Einzelmaßnahmen erfolgen oder über eine systemische Sanierung zum geförderten Effizienzhausstandard.

Das ist ein zentraler Punkt. Die Förderung macht den Kauf nicht automatisch einfacher, wenn die Sanierung nicht realistisch geplant ist. Käufer:innen sollten deshalb schon vor dem Kauf wissen, welche Maßnahmen nötig sind und ob diese finanziell, technisch und zeitlich umsetzbar sind.

Hier kann eine Energieberatung sinnvoll sein. Ein individueller Sanierungsfahrplan kann helfen, Maßnahmen in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen und Fördermöglichkeiten besser einzuordnen.

Bild iStock

Individueller Sanierungsfahrplan: iSFP

Wir verstehen, dass die energetische Modernisierung eines Gebäudes eine wichtige und weitreichende Entscheidung ist. Um Ihnen den Weg zu einer effizienten und durchdachten Sanierung zu ebnen, arbeiten wir eng mit unserem langjährigen Kooperationspartner zusammen. Sie erhalten einen umfassenden Überblick über sinnvolle Sanierungsmaßnahmen und sind optimal auf die nächsten Schritte vorbereitet.

Warum Beratung vor der Immobiliensuche sinnvoll ist

Viele Familien beginnen mit der Suche nach dem passenden Haus. Verständlich, aber nicht immer der beste erste Schritt. Gerade bei älteren Immobilien sollte zuerst geklärt werden, welcher Kaufpreis realistisch ist und wie viel Spielraum für Sanierung bleibt.

Ein günstigerer Kaufpreis kann attraktiv wirken. Wenn aber hohe Modernisierungskosten hinzukommen, verändert sich die Rechnung schnell. Deshalb sollten Finanzierung und Sanierung von Anfang an zusammengedacht werden.

Gemeinsam mit der Berliner Sparkasse kann früh geprüft werden, welcher Finanzierungsrahmen tragfähig ist, ob das KfW-Programm infrage kommt und welche weiteren Fördermöglichkeiten sinnvoll eingebunden werden können. BSK Immobilien unterstützt zusätzlich bei der Suche nach passenden Immobilien, der Einordnung von Lage und Objekt sowie bei den nächsten Schritten im Kaufprozess.

Checkliste: Wann „Jung kauft Alt“ für Sie interessant sein kann

Das Programm kann besonders relevant sein, wenn mehrere dieser Punkte auf Sie zutreffen:

  • Sie haben mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt.
  • Sie möchten erstmals selbstgenutztes Wohneigentum erwerben.
  • Ihr zu versteuerndes Haushaltseinkommen liegt innerhalb der Fördergrenzen.
  • Sie interessieren sich für eine Bestandsimmobilie mit Energieeffizienzklasse F, G oder H.
  • Sie sind bereit, die Immobilie innerhalb der vorgegebenen Frist energetisch zu sanieren.
  • Sie möchten Kaufpreis, Sanierungskosten und Förderung gemeinsam prüfen lassen.
  • Sie suchen ein Haus in Berlin oder im Berliner Umland und möchten nicht nur auf Neubauangebote schauen.
  • Sie wünschen sich eine Finanzierung, die auch langfristig tragfähig bleibt.

Diese Punkte ersetzen keine individuelle Prüfung. Sie helfen aber dabei, früh einzuschätzen, ob das Programm grundsätzlich zu Ihrer Situation passen könnte.

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